Gartenmauern – Mit Stein, Platte und Stufe

By | März 26, 2015

Um eine Terrasse gegen den Garten abzugrenzen, bietet eine kleine Mauer viele Vorteile. Wir zeigen, dass die Angst vor Mörtel und Kelle unbegründet ist.
Sicher, eine klar gezogene Grenze zwischen der Terrasse und dem Garten ist nicht in jedem Falle nötig.

Wenn das Gelände aber abschüssig ist, wie in unserem Fall, kann sie durchaus sinnvoll sein. Dabei liegt Mauerwerk als Konstruktion besonders dann weit vorn, wenn die Terrassenfläche später noch gepflastert werden soll oder noch ein weiterer Aufbau, etwa ein Wintergarten, geplant ist. Denn nur Steine, Mörtel und Beton bieten die nötige Stabilität für Verankerungen und Befestigungen aller Art.

Als nächstes stellt sich die Frage: Sichtmauerwerk oder verblenden, zum Beispiel mit Natursteinplatten? Hier entscheiden Preis und Optik: Frostfeste Mauersteine sind teurer, eine großflächige Verblendung mit Natursteinplatten nimmt dem Bauwerk das Kleinteilige.

FUNDAMENT

Die Ausführung des Fundaments entscheidet in hohem Maße über die Haltbarkeit und Stabilität der Mauer.
Die Tiefe muss mindestens 70 bis 80 cm betragen, damit im Winter gefrierendes Wasser nicht das ganze Bauwerk hochdrückt. Eine Bewehrung ist statisch nicht zwingend erforderlich, sie verhindert lediglich, dass die Rissbreiten im Beton zu groß werden. Der Beton selber ist ein Estrichbeton, den Sie in der Mischmaschine mit Wasser anrühren. Die Konsistenz darf auf keinen Fall zu flüssig sein.

1    Wollen Sie eine Treppe anlegen, so müssen Sie auch hier ein Streifenfundament für die seitlichen Begrenzungsmauern ausheben.

2    Den Fundamentrand sichern Sie mit durchlaufenden Brettern, die Sie gegeneinander abstützen.

3    Einseitig angespitzte Brettreste, die Sie hinter der Schalung in die Erde schlagen, stützen zusätzlich.

4    Die Lücke im Fundamentgraben zur späteren Treppe hin stellen Sie mit einer passenden Schalplatte aus dem Baustoffhandel zu.

5    Diese Platte müssen Sie gegen den immensen Betondruck abstützen. Rammen Sie ein Kantholz direkt hinter der Schalplatte in die Erde und verstreben es nach hinten.

6    Über eine selbstgebaute Rutsche lassen Sie den angemischten Beton in den Fundamentgraben laufen und verteilen ihn dort.

 

MAUREN

Kalksand steine sind der ideale Baustoff für kleine Gartenmauern: Sie sind preiswert, sie sind überall erhältlich, und sie sind leicht zu vermauern. Einziges Manko: In der Normalausführung sind sie nicht frostsicher, das heißt, Sie müssen sie gegen eindringende Feuchtigkeit schützen oder auf frostsichere KS-Vormau-ersteine oder die teureren Verblender zurückgreifen. Kalk- sandsteine können nicht verklebt, sie müssen mit Mörtel vermauert werden. Die Kleinformate (bis 11,3 cm Steinhöhe) eignen sich besonders für Mauern, die viele Ecken aufweisen. Sie haben zudem ein praktisches Griffloch. Der Preis: Ein Stein kostet etwa 40 Cent.

1    Wichtig! Bevor Sie Kalksandsteine vermauern, müssen Sie sie unbedingt durchdringend wässern. Sonst entziehen sie dem Mörtel das zum Abbinden nötige Wasser, die Klebkraft ginge verloren.

2    Die Steine dürfen an keiner Stelle eine Kreuzfuge bilden, deshalb müssen Sie sie um halbe Steinlänge versetzt vermauern.

3    Jeder einzelne Stein muss auf seine waagerechte und fluchtgerechte Ausrichtung kontrolliert werden. Eine besonders kleine Wasserwaage hilft Ihnen dabei.

4    Optimal ist es, wenn Sie auch die Stoßfugen der Steine vollflächig vermörteln. Am besten geht das, wenn Sie Mörtel auf die Stirnfläche der Steine geben.

 

VERBLENDUNG

Die Verblendung des Mauerwerks durch Natursteinplatten hat neben dem optischen auch einen technischen Grund: Die Platten schützen die Kalksandsteine vor eindringendem Wasser und somit vor Frostschäden. In unserem Falle handelt es sich um 3 cm dicke Sandsteinplatten, die Sie bei jedem Steinmetzbetrieb oder Natursteinhandel erwerben können. Das Verkleben erfordert keine speziellen Kenntnisse. Das Wichtigste ist vor allem das regelmäßige Wässern von Mauer und Platten und die Einhaltung einer Fugenbreite von maximal 20 mm. Zum Zuschneiden der Platten empfiehlt sich ein leistungsstarker Trennschleifer mit Diamant-Trennscheibe.

1    Nicht nur die Platten, auch das Mauerwerk müssen Sie beim Verarbeiten immer wieder wässern.

2    Zunächst stellen Sie die Platten trocken auf, um das Verlegemuster festzulegen. Die Fugen werden von Holzkeilen gehalten.

3    Mit einem Stück Kreide oder einem Wachsmalstift markieren Sie die oberen Abschnitte der Steine, die Sie mit einem Trennschleifer ausführen.

4    Der Kleber muss vollflächig auf dem nassen (!) Stein verteilt werden, bevor Sie ihn an das ebenfalls nasse (!) Mauerwerk kleben.

5 Den Natursteinver-legemörtel benutzen Sie auch, um nach dem Abbinden des Klebers die Fugen zu schließen. Eine Fugenkelle hilft dabei.

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