Kleine Kraftwerke – Stromerzeuger für unterwegs

By | April 7, 2015

Strom kommt aus der Steckdose. Eigentlich. Doch im Notfall, im Ferienhaus, im Wohnmobil oder im Gelände leisten mobile Generatoren gute Dienste. Das müssen Sie zum Kauf wissen.

Wie bei jedem anstehenden Gerätekauf stellt sich auch für die Wahl des richtigen Generators zu Anfang die Frage: Was soll die Maschine leisten? In diesem Fall ist das die Frage nach den Verbrauchern, die mit dem selbstgemachten Strom betrieben werden sollen. Die Fachleute unterscheiden zwischen ohmschen, induktiven und kapazitiven Verbrauchern.

Verbraucher
Ohmsche Verbraucher, zum Beispiel Glühlampen, Heizgeräte und Kochplatten, setzen die aufgenommene Leistung in Licht oder Wärme um. Die angegebene Leistung in Watt ist auch immer die Leistung, die der Generator liefern muss.
Induktive Verbraucher, zum Beispiel Elektrowerkzeuge, Rasenmäher, Küchengeräte oder Wasserpumpen, sind Geräte, die mit einem Elektromotor angetrieben werden. Elektromotoren benötigen zum Aufbauen des elektromagnetischen Feldes und zum Hochlaufen auf die Betriebsdrehzahl das Zwei- bis Sechsfache der angegebenen Nennleistung. Der Generator muss deshalb genügend Reserven haben, um den hohen Anlaufstrom bereitzustellen. Synchrongeneratoren verkraften problemlos einen Anlaufstrom, der dreimal so hoch ist wie die Nennleistung. Nur bei Maschinen, die unter sehr hoher Last anlaufen wie zum Beispiel Wasserpumpen oder Kreissägen mit besonders großen Sägeblättern brauchen Sie deshalb einen Generator mit höherer Leistung. Kapazitive Verbraucher, zum Beispiel Blitzanlagen, wie sie Profifotografen benutzen, brauchen Generatoren mit spezieller Regelung.
Sollen mehrere elektrische Verbraucher mit dem Stromerzeuger betrieben werden, muss die Generatorleistung (in kVA) wenigstens der Summe aller Anschlusswerte (kW) entsprechen. Für den Freizeitbereich genügen meist schon Generatoren mit etwa 1 kVA. Sollen auch stärkere Elekrowerkzeuge betrieben werden, empfehlen sich Geräte mit 2 kVA oder mehr.
Mobile Stromerzeuger bestehen im Wesentlichen aus zwei Komponenten, dem Motor und einem Generator mit Regelung.

Motor

Als Motoren kommen meistens Viertakt-Benzinmotoren, bei größeren Modellen auch Dieselmotoren zum Einsatz. Einige wenige Geräte können auch mit Gas betrieben. Diese eignen sich sehr gut für Wochenendhäuser oder Wohnmobile, die sowieso schon einen größeren Gasvorrat zum Kochen und Heizen benötigen.

Achten Sie auf einen leistungsstarken und umweltfreundlichen Motor mit hohem Wirkungsgrad. Die Gesamtleistung des Generator hängt sehr vom Wirkungsgrad des Motors (maximal 75 bis 80 Prozent) und dem Generator ab. Ein Stromerzeuger mit einer Motorleistung von 1 kW (1,36 PS) liefert also höchstens Strom für Verbraucher mit 650 W.

Moderne OHV-Motoren mit obenliegenden Ventilen zeichnen sich durch geringen Verbrauch und wenig Schadstoffe aus. Die besten Motoren erfüllen nicht nur die europäischen V orschriften, sondern auch die strengeren Auflagen in Kalifornien. Welche dieser Vorschriften das Gerät erfüllt, ist in der Regel an Aufklebern oder in der Bedienungsanleitung zu erkennen.

Generator
Der Generator wandelt die vom Motor erzeugte Bewegungsenergie in elektrische Energie um. Im Prinzip funktioniert er genauso wie die Generatoren in den großen Kraftwerken oder auch die Lichtmaschine in einem Auto. Durch die Drehbewegung von Magneten (Rotor) in einer Spule wird elektrische Spannung induziert (erzeugt).

Asynchron-Generatoren. Diese vergleichsweise preiswerten Stromerzeuger sind kurzschlussfest und wartungsfrei. Andererseits sind sie jedoch sehr empfindlich gegenüber hohen Anlaufströmen von Elektromotoren. Deshalb eignen sie sich eigentlich nur für ohmsche Verbraucher.

Sollen Asynchron-Generatoren jedoch induktive Verbraucher mit Strom versorgen, dann müssen Sie ein Mehrfaches der Nennleistung als Reserve für den Start dieser Geräte einkalkulieren.

Synchron-Generatoren. Bis zum

Dreifachen der angegebenen Nennlast können diese Stromerzeuger dagegen kurzfristig überlastet werden. Sie sind allerdings aufwendiger konstruiert und brauchen eine besondere Regelung. Deshalb sind sie auch deutlich teurer.

Der große Vorteil ist ihre bessere Eignung für induktive Verbraucher, eine gleichmäßigere Ausgangsspannung, hohe Gleichlaufeigenschaften und ein hoher Wirkungsgrad. Deshalb sind die meisten mobilen Stromerzeuger für den privaten Einsatz heute mit Synchron-Generato-ren ausgestattet.

Regelung
Um die Ausgangsspannung an die angeschlossenen Verbraucher anzupassen werden moderne Stromerzeuger heutzutage elektronisch geregelt. Die elektronische Regelung sorgt für stabile Spannungen und Frequenzen, die vor allem für den Betrieb von elektronischen Geräten erforderlich sind.

Eine Besonderheit ist die InverterRegelung, die es bisher nur bei Stromerzeugern von Honda gibt. Sie sorgt nicht nur für eine perfekte Frequenz- und Spannungsstabilität, sondern auch für ein lastabhängiges Motormanagement, das Benzin spart, wenn nicht die volle Leistung abgefordert wird.

Schutzarten
Je nach Einsatzbereich sollten Generatoren bestimmte Schutzarten erfüllen. IP 23 schützt gegen das Eindringen mittelgroßer Fremdkörper und von oben kommendes Sprühwasser (bis zu einem Winkel von 60°). Solche Geräte sollten überwiegend in trockenen Bereichen eingesetzt werden.
IP 44 schützt vor der Berührung mit Gegenständen, die größer sind als 2,5 mm, und vor Spritzwasser aus allen Richtungen.
IP 54 Schutz gegen Staub und Spritzwasser aus allen Richtungen. Diese Geräte empfehlen sich für den gelegentlichen Einsatz im Freien, auch wenn’s mal feuchter zugeht.

Lärm
Beim Einsatz im Freizeitbereich kann der vom Motor erzeugte Lärm sehr stören. Gerade die kompakten Geräte haben deshalb oft eine besondere Lärmdämmung, die den Geräuschpegel deutlich reduziert. Achten Sie beim Vergleichen der Geräte auf den garantierten Schallleistungspegel und bedenken Sie, dass sich mit jeder Steigerung um 3 dB(A) die Lautstärke verdoppelt.
Wer einen Stromerzeuger einsetzen will, um im Wochendhaus Licht zu erzeugen und Fernsehen zu schauen, sollte ihn am besten im einem gesonderten, schallgedämmten Raum unterbringen, oder ihn nur zum Auf-ladem von Akkus benutzen, die am Abend die Lampen und den Fernseher geräuschlos mit der notwendigen Energie versorgen.
Wird der Stromerzeuger dagegen für den Betrieb von Elektrowerkzeugen wie zum Beispiel einer Heckenschere, einer Kreis- oder einer Kettensäge eingesetzt, ist der Lärmpegel weit weniger störend.

Gewicht
Wenn Sie einen mobilen Stromerzeuger für unterwegs suchen, spielen auch die Größe und vor allem das Gewicht eine wichtige Rolle.
Geräte bis etwa 25 kg kann man noch bequem tragen. Für einen 40 kg oder sogar 50 kg schweren Stromerzeuger braucht man eigentlich schon ein eigenes Fahrgstell.

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