Pflanzenlicht: Die Sonne im Zimmer

By | März 24, 2015

Zur Überbrückung der Winterzeit und zur Anregung des Wachstums leisten Pflanzenleuchten wertvolle Dienste – ganz im Sinne der Botanik.

Für ihr Wachstum und zum Blütenansatz sind Pflanzen auf Licht angewiesen, das ihnen unter natürlichen Lebensbedingungen die Sonne zuteil werden läßt. Sollen Pflanzen in geschlossenen Räumen und möglichst unabhängig von Jahreszeiten gedeihen, müssen künstliche Lichtquellen den Part des Tageslichts übernehmen. Gewöhnliche Glühlampen scheiden aus, weil sie die Energie großenteils in unerwünschte Wärme umsetzen und das Spektrum ihres Lichts für Pflanzen ungünstig ist. Als Pflanzenlampen gibt es Leuchtstofflampen: geringe Wärmeentwicklung, flächige Ausleuchtung, geringer Stromverbrauch, Quecksilberdampf-Hochdrucklam-pen: lange Lebensdauer, intensive Strahlung, keine Wärmebelastung, Halogen-Metalldampflampen: hohe Lichtausbeute, dem Tageslicht sehr ähnlich (Intensität erfordert 80 cm Mindestabstand zur Pflanze), Natri-umdampf-Hochdrucklampen: nur als Zusatz zum Tageslicht.

Per Knopfdruck wird es Tag oder Nacht

Während das Tageslicht – bedingt durch Wetter und Jahreszeit – natürlichen Schwankungen unterliegt, verhält sich künstliches Pflanzenlicht konstant. Mehr noch: Weil nicht das ganze von der Sonne gelieferte Lichtspektrum für Pflanzen von Nutzen ist, verstrahlen Pflanzenlampen eine gezielte Auswahl der physiologisch wirksamen Farb-anteile. Diese photobiologischen, also lichtabhängigen Lebensvorgänge lassen sich unterscheiden in Photosynthese: Aufbau von Stärke und Zucker aus Wasser und dem Kohlendioxid der Luft. Morphogenese: Bildung der Wuchsgestalt. Zu wenig Licht führt zu verlängerten Sprossen, verkleinerten Blattflächen und verminderter Blattgrünbildung. Zuviel Blauviolett verzögert das Längenwachstum, ein Übergewicht an Rot und Infrarot beschleunigt es.

Photoperiodismus: Wie eine Pflanze sich entwickelt, hängt vom Verhältnis der Hell- und Dunkelzeiten ab, vor allem in bezug auf die Blütenbildung. Langtagpflanzen setzen erst dann Blüten an, wenn sie täglich länger als zwölf Stunden Licht bekommen. Für Kurztagpflanzen gilt das Gegenteil (weniger als zwölf Stunden).

Phototropismus: Weil Pflanzen auf den Lichteinfall mit der Richtung ihres Wachstums reagieren, sollten künstliches Licht und Tageslicht aus der gleichen Richtung einwirken.

Die Hersteller von Pflanzenlampen bieten Berechnungshilfen an, wieviele Lichtquellen in welchem Abstand über den Pflanzen plaziert werden müssen, damit diese am Leben erhalten bzw. zur Blütenbildung angeregt werden.

Als einfache Richtschnur gilt: Pflanzen mit geringem Lichtbedarf sind in der Regel solche mit weicheren Blättern. Buntlaubige Pflanzen haben einen mittleren Lichtbedarf, während Gewächse mit Dornen und mit kleinen oder fleischigen Blättern viel Licht benötigen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.