Der Allesschneider

By | April 3, 2015

Eine preiswerte Universalsäge soll die Lücke zwischen Elektro-Fuchsschwänzen und Stichsägen füllen. Hat sie das Zeug dazu, oder wird dem Käufer zu viel versprochen?

Der Hersteller bezeichnet die Scorpion als eine völlig neue Säge, die zwei Funktionen in einer Maschine vereint. Sie soll als elektrische Handsäge und als Kurvensäge dienen. Dazu ist die Maschine zum einen mit einem großen Sägeblatt von 20 cm Länge ausgestattet. Hiermit lässt sich die Maschine wie ein Fuchschwanz zum Sägen in Holz und Kunststoff einsetzen. Das große Sägeblatt ist jedoch stabiler als die meisten Sägeblätter für Elektro-Fuchsschwänze und ermöglicht so einen sauberen Schnitt. Der Hersteller empfiehlt beim Sägen mit der Scorpion „dieselben Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen wie bei einer traditionellen Handsäge durchzuführen“, um einen „schnelleren und sauberen Schnitt zu erzielen“. Dabei dient die Handbewegung jedoch nicht dem eigentlichen Sägevorgang, sondern soll die Sägespäne leichter aus der Schnittlinie heraustransportieren. Schließlich arbeitet die Maschine nur mit 1 cm Hub, aber sehr hoher Hubzahl.
Die Scorpion arbeitet am effizientesten mit geringem Andruck. Die Sägeleistung ist ordentlich. Selbst 10 cm dicke Balken sind schnell durchgesägt. Wer jedoch zu kräftig drückt, verschlechtert nur den Sägefortschnitt und spürt trotz Softgrip sehr hohe Vibrationen. Zusätzlich zu dem großen Holzsägeblatt liefert Black & Decker ein Sägeblatt für Metall und ein sogenanntes Bogensägeblatt für Kurvenschnitte in Holz und Holzwerkstoffen mit.

Der Wechsel der Sägeblätter erfolgt werkzeuglos. Nach Drücken eines Knopfes kann das Sägeblatt um 90° geschwenkt und leicht entnommen werden. Mit dem kleinen Bogensägeblatt wird die Maschine zu einer Art Stichsäge für Kurvenschnitte. Wer hier jedoch die Schnittqualität einer Stichsäge erwartet, wird enttäuscht sein. Denn zum einen ist die Führung des Sägeblatts in der Aufnahme nicht besonders präzise, zum anderen erschwert der nun sehr hoch liegende Griff eine sichere Führung der Maschine. Der klappbare Kunststoffschuh ist zudem zu wacklig, um eine sichere Auflage auf dem Werkstück zu garantieren.

Vermisst haben wir einen Anschluss für eine Staubabsaugung. Die Elektronik scheint dagegen eher überflüssig zu sein. Der Gasgebeschalter lässt sich nur schwer dosieren und im unteren Drehzahlbereich verhindert die immer einspringende Einschaltsperre ein leichtes Ansägen mit geringer Hubzahl. Für höchste Schnittleistung brauchten wir ohnehin immer die Höchstdrehzahl. Alle Sägeblätter haben eine feine, sehr scharfe Zahnung, sind jedoch nicht mit Hartmetallzähnen ausgestattet. Da die Scorpion eine besondere Sägeblattaufnahme hat, können auch nur diese speziellen Sägeblätter verwendet werden. Mit Preisen von 11,55 bis 15,75 Euro pro Stück sind sie jedoch relativ teuer. Hinzu kommt noch, das während unseres Test der örtliche OBI-Baumarkt nur das Bogensägenblatt gelistet hatte. Die beiden anderen Sägeblatter waren nur auf Sonderbestellung erhältlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.