Holzplatten furnieren – Fein gemacht

By | März 26, 2015

Furnieren scheint im Zeitalter von Lack und Leimholz fast vergessen zu sein, doch preiswerter kommt man kaum an kostbare Möbelhölzer. Selberfurnieren ist ganz einfach.

Schön sind sie schon: Tische, Schränke und Kommoden aus edlen Hölzern. Doch viel zu teuer, und für Selbermacher ist das Material nur schwer zu beschaffen. Da bietet es sich an, Holzplatten mit Furnier feinzumachen; das macht die Sache preisgünstig. Furniere gibt es im Fachhandel („Gelbe Seiten“ unter „Furniere“ oder „Furnierhandel“) in allen erdenklichen Holzarten.

Wenn es nicht gleich eine Tischplatte sein muss, können Sie diese altbewährte Technik auch in Ihrer Heimwerkstatt anwenden. Traditionell wird mit Holzleim furniert, was in den Arbeitsfotos schrittweise beschrieben wird. Einfacher im Umgang ist Bügelfurnier, das rückseitig mit Schmelzkleber beschichtet ist (siehe Garderobe Seite 22). Im Fachhandel bekommen Sie für rund 14 Euro etwa 25 cm breite und 210 cm lange Streifen, die Sie mit einem Bügeleisen (Stufe „Wolle“) auf die Trägerplatte (Blindholz) bügeln. Vorteil: Bügelfurnier hat bereits exakt beschnittene Fügekanten.

Eine Alternative ist das Furnieren mit Kontaktkleber (Kasten Seite 26). Besonders große Flächen lassen sich so auch ohne Übung und aufwendiges Pressen furnieren. Allerdings sollte man größere gefügte Furnierblätter besser zu Zweit auflegen, da sie sofort anhaften und dann nicht mehr zu korrigieren sind. Übrigens: Die meisten „Edelmöbel“ sind auch nur furniert.

1    Der erste Schritt beim Furnieren ist das Auswählen und Zuschneiden der Furnierblätter auf die benötigte Größe inklusive rund

2    cm Randüberstand. Mit einer Furniersäge oder einem scharfen Cutter lässt sich Furnier entlang einer geraden Anpressleiste (Alu-Vierkantprofil) gut schneiden.

2    Für das Zusammenfügen der Furnierblätter sind absolut gerade Kanten erforderlich. Dazu werden die Blätter zwischen zwei Holzplatten gespannt und bei wenigen Lagen mit einem Cutter, sonst mit einem Hobel oder Bandschleifer (120er-Papier) begradigt.

3    Anschließend legen sie die Blätter zum gewünschten Furnierbild zusammen (der Profi nennt
dies Fügen) und verbinden sie mit „Fügeband“. Einfach die gummierte Rückseite mit einem Schwamm anfeuchten und andrücken. Erst wird mit kurzen Querstreifen fixiert und dann die Blätter mit einem Längsstreifen verbunden.

4    Die Holzplatte (ideal sind Span-, Sperrholz- oder Tischlerplatte) mit einem feinen Zahnspachtel dünn mit Leim einstreichen. Beachten Sie besonders die Ränder.

5    Jetzt müssen Sie zügig arbeiten! Denn durch den Wasseranteil im Leim beginnt das Furnier, sich zu wellen. Legen Sie es mit etwa

2    cm Überstand quer zur Plattenmaserung auf und furnieren sofort die Gegenseite (ohne „Gegenzug“ würde die Platte krumm werden).
6    Zum Pressen legen Sie die furnierte Platte zwischen zwei kunststoffbeschichtete Spanplatten die mit Zulageleisten und stabilen Schraubzwingen von der Mitte her zusammengepresst werden. Einige Lagen Zeitungspapier zwischen Furnier und Anpressplatte nehmen austretende Feuchtigkeit auf.

7    Nach einem Tag hat der Leim abgebunden, und die Ränder der Furnierplatte werden mit einer flachen Feile sauber abgestoßen.

8    Nun wird das Fügeband weggeschliffen. Bei Nadelholz mit 120er-, „feine“ Hölzer mit 180er-Papier.

9    Erst durch einen transparenten Anstrich mit Lack, Wachs oder Möbelöl kommen Maserung und Farbe des Holzes zur Geltung.

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