Windkraft: Strom aus der Luft

By | März 24, 2015

Wo die Stromversorgung fehlt, sind Alternativen gefragt. Recht leistungsstark sind inzwischen selbst kleine Windkraftanlagen.
Wo Wind weht, läßt sich Strom ernten: Diese einfache Formel, die der Entwicklung von Windgeneratoren zugrunde liegt, fällt Besitzern von abgelegenen Wochenendhäusern, Lauben oder Campingwagen schnell ein, wenn sie nach Alternativen zur öffentlichen Stromversorgung suchen.

Bevor es losgehen kann, sollten sie sich aber bei der Gemeinde oder der Verwaltung der Feriensiedlung nach gesetzlichen Regelungen erkundigen und die Nachbarn informieren.

Der nächste Schritt ist die Planung nach Bedarf: Windkraftanlagen bestehen aus wenigen Komponenten und lassen sich individuell zusammenstellen. Eine leistungsfähige Anlage (ohne 220-V-Anschlußmöglich-keit) ist schon ab 1400 DM zu haben. Mini-Windkraftwerke sind inzwischen rundum sicher und zuverlässig. Ihre Entwicklungsprobezeit haben sie auf hoher See absolviert. Denn auf Segelschiffen werden kleine Windräder und Generatoren seit rund 15 Jahren unter harten Bedingungen eingesetzt, um die Bordbatterien permanent zu laden.

Resultat sind moderne Generatoren, die auch bei relativ ungünstigen Standorten und bei wenig Wind (Windstärken von 2 bis 3) Strom produzieren, weil die ausgefeilten, leichtlaufenden Rotoren direkt – ohne Umweg über ein Getriebe – mit dem Generator verbunden sind.

Bausteine für die Windkraftanlage

Rotor, Mast und Generator sind die wichtigsten Bestandteile einer Anlage, aber nicht die einzigen. Notwendig ist auch ein elektronischer Regler (ab ca. 80 EUR), der die Ladestromzuführung zur Batterie stoppt, wenn diese (z. B. nach einem windigen Tag) voll aufgeladen ist.

Eine Batterie als Stromspeicher muß natürlich sein. Geeignet sind Solar-Gel-Batterien (keine Autobatterien!), die bereits kleinste Ladströme aufnehmen und darüber hinaus aus-lauf- und (weitgehend) tiefentlade-sicher sind. Preis: ca. 300 EUR. Normalerweise dürfen nur 12- oder 24-Volt-Verbraucher von der Batterie versorgt werden. Ist aber ein Wechselrichter nachgeschaltet, darf man sogar 220-Volt-Geräte anschließen. Für Geräte bis 600 Watt kostet er ca. 400 EUR.

Bei absoluter Windstille wird natürlich kein Strom produziert, und wenn Dauerverbraucher angeschlossen sind, ist die Batterie natürlich schnell leer. Kommt das häufiger vor, wird die Lebensdauer der Stromspeicher dadurch sehr verkürzt. Das Gegenmittel: ein zusätzlicher Tiefentladeschutz, der das völlige Leeren der Batterie verhindert. Preis: ab ca. 60 EUR. Windkraftanlagen sind von den Herstellern orkansicher konstruiert. Für die Standsicherheit vor Ort ist dagegen allein der Betreiber verantwortlich. Das bedeutet: Der Mast sollte mit Erdankern und Drahtseilabspannungen hundertprozentig gesichert sein. Außerdem muß der Rotor so hoch angebracht werden, daß er unter normalen Bedingungen unerreichbar ist.

Alle stromführenden Teile schließlich müssen sorgfältig isoliert und geschützt sein – damit die Freude am Strom aus der Luft ungetrübt ist.

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