Windmacher – Kompressoren für die Werkstatt

By | April 8, 2015

Unter hohen Druck gesetzt, ist Luft eine Alternative zum Strom, um Werkzeuge anzutreiben. Auch für viele weitere Aufgaben in der Werkstatt oder auf der Baustelle ist sie bestens geeignet.

Um Werkzeuge mit Druckluft anzutreiben, braucht man einen Kompressor, der die benötgte Luft komprimiert und speichert. Per Schlauch strömt die Luft dann zum Werkzeug. Druckluftwerkzeuge sind in der Regel billiger und leichter, in manchen Fällen auch leistungsfähiger und langlebiger als elektrisch betriebene Verwandten. Die wichtigsten Kriterien für die Wahl des richtigen Kompressors sind der für die Anwendungen erforderliche Druck und vor allem der Luftbedarf der Werkzeuge.

Werkzeuge

In den Prospekten der Hersteller finden Sie Angaben über den Luftverbrauch und den erforderlichen Druck. Ein Tacker zum Beispiel kommt mit weniger als einem Liter Luft pro Schlag aus. Für einen Meißelhammer müssen Sie dagegen 150 bis 550 Liter Luft pro Minute kalkulieren.
Während zum Airbrushen, Reifenfüllen und Tackern ein kleiner Kompressor mit einer Füllleistung von 50 Litern pro Minute vollkommen ausreichend ist, brauchen Sie zum Meißeln viel Druckluft. Wählen Sie am besten einen Kompressor, der etwas Reserve bietet. So hat er bei längeren Arbeiten immer mal wieder Zeit zum Abkühlen, und Sie müssen keine Zwangspausen einlegen.

Füllleistung

Die Leistungsangaben in den Prospekten sind verwirrend. Die Ansaugleistung ist eine rein theoretische Größe. Sie errechnet sich aus Hubvolumen x Drehzahl in Litern pro Minute. Da der Verdichter aber gegen den steigenden Druck anarbeiten muss, sagt dieser Wert nichts über die tatsächliche Leistung aus. Wichtiger ist die Füllleistung. Sie besagt, wie viel Luft der Kompressor wirklich liefern kann. Dieser Wert liegt je zwischen 50 und 66 Prozent der Ansaugleistung. Allerdings ist die Messung nicht genormt, und manche Hersteller verschweigen sie gar oder rechnen sie schön. Sie können die Füllleistung selbst ermitteln und Geräte vergleichen. So wird’s gemacht:
1.    Lassen Sie den Behälterdruck bei 10-bar-Kompressoren zum Beispiel auf 6 bar ab.
2.    Schalten Sie den Kompressor ein und stoppen Sie die Zeit, die der Kompressor braucht, um die Luft von 6 bar wieder auf 10 bar zu bringen, also einen 4-bar-Dif-ferenzdruck zu erzeugen.
3.    Jetzt berechnen Sie die Füllleistung nach der folgenden Formel:
Behälterinhalt (Liter) x 4 bar x 60 gestoppte Zeit (Sek.)
Je nach Genauigkeit des Manometers und der Angabe für die Behältergröße können Sie die Werte verschiedener Kompressoren mit etwa ±10 Prozent Genauigkeit vergleichen.

Verdichter

Ein Kompressor besteht vor allem aus einem Verdichter und dem Druckluftbehälter. Der elektrisch angetriebene Verdichter saugt Luft an und komprimiert sie. In ,    Heimwerkergeräten kommen Kolbenkompressoren zum Einsatz. Sie haben einen oder zwei Zylinder und unterschiedliche Hubvolumina. Geräte mit großem Hubvolumen und niedriger Drehzahl sind meist robuster als hochtourige mit geringem Hub. Bei Geräten mit mehreren Zylindern sollten Sie solche mit V-Anordnung der Zylinder vorziehen. Sie werden gleichmäßiger gekühlt als in Reihe liegende Zylinder. Kompressoren, bei denen der Elektromotor den Verdichter direkt antreibt sind leistungsfähiger und brauchen weniger Wartung als solche mit Keilriemenantrieb.

Druckbehälter

Die Größe des Druckbehälters bestimmt die Luftreserve, die zur Verfügung steht, bis der Kompressor wieder anspringt. Ein großer Behälter ist, wenn Geräte im Intervallbetrieb eingesetzt werden, sinnvoll. Aber auch die Leistung des Verdichters muss passen. Ein Verdichter mit geringer Leistung, der ewig braucht bis der riesige Behälter unter Druck steht, ist nicht sinnvoll. Heimwerker, die nur gelegentlich mit Druckluft arbeiten, sind mit einem kleinen Druckluftbehälter, aber stärkerem Verdichter besser dran. Dieser ist schneller einsatzbereit. Bei Langzeitarbeiten wie Meißeln ist die Behältergröße zweitrangig.
Die beim Komprimieren erwärmte Luft kühlt sich im Druckbehälter ab, und es bildet sich Kon-denswasser. Dieses muss nach dem Arbeiten regelmäßig abgelassen werden, da der Behälter sonst rostet. Achten Sie darauf, dass die Ablassschraube gut zu erreichen ist. Nur wenige teure Profi-Kompressoren haben eine vor Rost schützende Innenbeschichtung.

Druck

Das Maß für den Luftdruck ist bar. Der Druck ist in der Regel an einem Manometer am Kompressor ablesbar. Der erzeugte Druck muss mindestens so hoch sein, wie der für die Anwendung erforderliche Betriebsdruck. Ein Druckminderer regelt einen höheren Behälterdruck herunter. Besser ist ein Filterdruckregler, der gleich noch den größten Teil des anfallenden Kondensats aus der Luft filtert und die Werkzeuge schützt.

Luftqualität

Die meisten Druckluftwerkzeuge benötigen eine Schmierung durch Pneumatiköl. Mit einer kombinierten Wartungseinheit mit Filterdruckminderer und Nebelöler lassen sich sowohl eine Farbspritzpistole, die kondensat- und ölfreie Luft braucht, als auch ein Meißelhammer oder Klammergerät mit kondensatfreier, aber ölvernebelter Druckluft betreiben. Die meisten trag- und fahrbaren Kompressoren sind bereits damit ausgestattet. Ansonsten gibt es sie auch als Zubehör.
Einige Hersteller bieten Kompressoren an, die ohne Ölschmierung arbeiten. Dieses Geräte sind billiger und die produzierte Druckluft lässt sich auch ohne Filter für den ölfreien Betrieb verwenden. Solche Kompressoren eignen sich eher für den gelegentlichen Einsatz. Durch die fehlende Ölschmierung ist die Kühlung im Dauerbetrieb schlechter und die Lebensdauer geringer.

Schnellkupplungen

Achten Sie auch auf die Kupplungen zum Anschluss der Druckleitungen. Sie sind als Schnellkupplungen ausgeführt, allerdings nicht genormt. Kupplungen mit großen Innenquerschnitten leisten der Luft weniger Widerstand als solche mit kleinen.

Gewicht + Fahrwerk

Wichtig bei mobilen Kompressoren sind auch das Gewicht und das Fahrwerk. Kleine tragbare Kompressoren bis zirka 25 kg lassen sich schnell an unterschiedliche Einsatzorte transportieren, denn sie finden in jedem Kofferraum genügend Platz.
Größere Geräte haben meist ein eignes Fahrwerk. Mit luftbereiften Rädern lassen sie sich leichter und bequemer bewegen. Steht der Kompressor aber die meiste Zeit an einer festen Stelle in der Werkstatt, genügen Hartgummiräder.

 

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